Tapezierspinnen in Seuzach

Vor Jahren habe ich im Schweizer Fernsehen einen Kurzbericht über Tapezierspinnen gesehen. Die Sendung hiess in etwa “Die Vogelspinnen der Schweiz”. Zwischenzeitlich haben sich die Achtbeiner längst aus meinem Gedächtnis verflüchtigt – bis ich vor rund drei Wochen mein Velo zur Arbeit aus dem Velokeller nahm und die Rampe hoch wollte. Da sah ich sie zum ersten mal. Eine schwarze, rund 1cm grosse Spinne, wie ich sie in dieser Gestalt noch nie gesehen hatte. Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss war: “Das ist eine Tapezierspinne!” Vom Körperbau her sah sie wirklich einer Vogelspinne sehr ähnlich. Auch die kräftigen Mundwerkzeuge, die sog. Cheliceren, welche sicher einen Drittel der Körperlänge ausmachten, stachen sofort ins Auge. Leider hatte ich keinen Fotoaparat dabei und meine erste Begegnung mit der Gattung Atypus konnte ich somit nicht bildlich festhalten.
Unterwegs zur Arbeit sinnierte ich dann noch ein wenig über die erfreuliche Begegnung. Dabei fragte ich mich, was eine Tapezierspinne in einem Kellereingang zu suchen hat. Aus der TV-Reportage weiss ich noch, dass die Tiere in aus Seide austapezierten Wohnröhren leben, welche sie vorzüglich an sonnigen Hängen bewohnen. Nach einer kurzen Recherche im Web weiss ich jetzt, dass die Männchen im Juni die Wohnröhren verlassen und auf Brautschau gehen. Demnach machte ich wohl Bekanntschaft mit einem Männchen. Aber wo stecken wohl die Weibchen? Neben unserem Haus befindet sich ein kleiner Hügel, welchen ich letzte Woche inspitzieren ging. Und tatsächlich. Ich musste erst gar nicht Suchen. An den steilsten Stellen der zum Süden gewannten Seite des Hügels waren überal die typischen, rund 5 bis 10 cm lagen Fangschläuche zu sehen. Nie sind mir diese Gebilde vorher aufgefallen. Anbei ein paar Fotos die ich gestern geknippst habe.

Die Spinnen selber habe ich leider noch nicht zu Gesicht bekommen, da diese erst bei Dunkelheit in die aus der Erde ragenden Fangschläuche krabbeln, um auf darüber laufende Insekten zu lauern. Werde wohl demnächst bei Dunkelheit, bewaffnet mit Stirnlampe und Fotoaparat, den kleinen Hügel erkundschaften und versuchen eines der Tiere vor die Linse zu kriegen. Gerne werde ich euch dann die Fotos posten und darüber berichten.

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